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RoHS

Inhalt

EU-Direktive RoHS 2011/65/EU

„Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“ ist der Titel der EU-Richtlinie 2011/65/EU, die in 2011 überarbeitet wurde. Sie verbietet seit 2006 im gesamten Gebiet der EU den Verkauf von elektrischen Geräten, welche mehr als nur Spuren von Blei, Cadmium, Chrom VI, Quecksilber oder von polybromierten Flammhemmern PBB/PBDE enthalten. Elektronikhersteller müssen demnach in Zukunft den Nachweis erbringen können, dass ihre Geräte RoHS-konform sind.

Blei (Pb)

0.1% Gewicht

=

1000 mg/kg

=

1000 ppm

Quecksilber (Hg)

0.1% Gewicht

=

1000 mg/kg

=

1000 ppm

Cadmium (Cd)

0.01% Gewicht

=

100 mg/kg

=

100 ppm

Chrom VI (Cr VI)

0.1% Gewicht

=

1000 mg/kg

=

1000 ppm

PBB, PBDE

0.1% Gewicht

=

1000 mg/kg

=

1000 ppm

Diese Grenzwerte werden wahrscheinlich für jedes spezifizierte Material inkl. Rohmaterial gelten, also z.B. für jedes Lötmittel und jedes kleinste Einzelteil eines Gerätes.

Strategie

Ein umwelt- und sicherheitsbewusstes Wirtschaften und Arbeiten ist SCHURTER eine ständige Verpflichtung. Wir achten auf einen sparsamen und bewussten Umgang mit Energieträgern und Materialien. Weitere Informationen dazu finden Sie im SCHURTER-Nachhaltigkeitsbericht

Wichtig bei der Entwicklung von Bauteilen ist, die Umweltbelastung durch potentielle Schadstoffe zu senken und gleichzeitig der kontinuierlich steigenden Kundennachfrage nach umweltverträglichen Produkten zu entsprechen.

SCHURTER hat bereits 1999 ein Projektteam gebildet, um frühzeitig bleifreie und RoHS-konforme Lösungen anbieten zu können. Dabei stand Blei von Anfang an im Vordergrund, da die anderen von der RoHS betroffenen Stoffe in SCHURTER-Bauteilen kaum eingesetzt werden. In Partnerschaft mit Kunden und Lieferanten wurden Alternativen zu bleihaltigen Materialien und Prozessen gesucht und getestet. Heute setzen wir auf Legierungen aus Zinn und Kupfer, die sich bei unseren Tests bewährt haben.

Die neu bleifreien Bauteile werden sorgfältig geprüft und entsprechen den technischen Anforderungen und dem hohen Qualitätsstandard von SCHURTER.

Lösungsansatz

Im Januar 2005 haben wir erste bleifreie Produkte erfolgreich im Markt eingeführt. Die Produktlinien wurden 2006 vollständig auf bleifrei umgestellt und erfüllen seither die EU-RoHS-Richtlinie.

Gestützt auf langjährige Prozesserfahrung und internationale Partnerschaften sind wir in der Lage, die Zuverlässigkeit unserer Komponenten hinsichtlich der Lötbarkeit nach der geforderten Norm IEC60068-2-20 sicher zu stellen. Wir nutzen kosteneffiziente bleifreie Produktionsprozesse, welche die hohe SCHURTER Qualität unserer Produkte sicherstellen.

Qualifikation des bleifreien Lötmaterials

Folgende Tests wurden von SCHURTER erfolgreich durchgeführt:

Für Lötbare Anschlüsse:

Lötbarkeit 235°C/2s nach IEC 60068-2-20

bestanden

Lötwärmebeständigkeit 260°C/10s nach IEC 60068-2-20

bestanden

Sowie zusätzliche Lötbeständigkeit, sofern in Datenblatt enthalten

bestanden

Für Reflow gelötete Bauteile:

Lötversuche mit Reflow Löt-Test-Profil (siehe unten)

bestanden

Für Sicherungshalter und Gerätestecker:

Qualifikation nach IEC 60127-6

bestanden

Für Sicherungen:

Qualifikation nach IEC 60127-X

bestanden

Reflow-Löt-Test-SCHURTER-Profil:

RoHS Konformität von SCHURTER Bauteilen

RoHS Logo

Um eine möglichst einfache Identifikation von RoHS konformen Bauteilen zu gewährleisten, hat Schurter das rechts stehende Logo eingeführt. Es wird nach Abklärung und Einhaltung der RoHS Konformität 2011/65/EU eines Bauteiles auf die Verpackungsetikette gedruckt und auch auf dem Datenblatt ersichtlich gemacht.

Bleifrei Logo

Das bestehende Bleifrei Logo wird beibehalten und wird ergänzend zum RoHS Logo auf Verpackungsetikette und Datenblatt gedruckt, wenn das Bauteil als bleifrei gilt. Definition „bleifrei“ siehe nächster Punkt.

Bezeichung RoHS konforme Bauteile

Breit abgestützte Abklärungen in der ganzen Lieferkette sind zur Zeit im Gange, welche sicherstellen sollen, ob alle zugelieferte Rohmaterialen und Halbfabrikate den Richtlinien entsprechen. Basierend auf diesen Ergebnissen werden Materialspezifikationen überprüft und wenn nötig alternative Lösungen gesucht. Ein erstes Bild zeigt, dass die Hauptproblematik bei Schurter beim Blei liegt. Ist diese Frage gelöst, sind fast alle Bauteile auch RoHS konform.

Das Beispiel rechts soll zeigen, wie Schurter RoHS konforme Produkte kennzeichnet. Das Bleifrei Logo wird bei allen Produkten beibehalten, wenn Blei nicht als spezifiziertes Material verwendet wird, d.h. der Bleigehalt tiefer als der Grenzwert von 1000 ppm liegt. Bei Schurter sind dies alle Produkte, wo die im Punkt 5.4 beschrieben Ausnahmeregelungen nicht angewendet werden.

Ausnahmen gemäss RoHS 2011/65/EU

Zwei Ausnahmeregelungen sind bei Schurter relevant. Bei diesen wird Blei bewusst als Material spezifiziert und gelten daher nicht als bleifrei und erhalten das „RoHS“ Logo aber nicht das „Bleifrei“ Logo.

1) In Kupferlegierungen ist ein Bleigehalt bis zu 4% des Gewichtes (= 40'000 ppm) erlaubt. Das heisst, dass alle Messingteile weiterhin einen geringen Anteil Blei enthalten dürfen. Beispiel: obwohl im Schalter T11 einige Einzelteile 2% Blei enthalten, ist der T11 RoHS-konform, weil das Blei in einer CuZn-Legierung enthalten ist.

2) SnPb-Lote sind weiterhin erlaubt, wenn sie für Hochtemperatur-Lötverfahren eingesetzt werden und mindestens 85% Blei enthalten. Beispiel. Sicherungen SMD-FST, SMD-FTT,

SMD-SPT

Produktübersichtsliste

Schurter stellt Produktübersichtslisten zur Verfügung, welche den aktuellen Status pro Produkttyp oder –gruppe vermittelt. Sie ist einheitlich für alle Produkte von Schurter, beinhaltet detaillierte Informationen und wird regelmässig vom entsprechenden Produkt Manager aktualisiert.

Ein Beispiel aus dem Bereich Sicherungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) wurden zusammengetragen und niedergeschrieben.

Materialdeklaration von SCHURTER Bauteilen

Kenntnis über die Inhaltsstoffe von Bauteilen ist ein wachsendes Kundenbedürfnis. SCHURTER hat deshalb die Initiative „Umbrella Specifications“ des deutschen Zentralverbands der Elektronik Industrie ZVEI aufgenommen und stellt „Product Content Sheets“ zur Verfügung.

Für alle Produkttypen wird ein „Product Content Sheet“ angeboten, welches Auskunft gibt über die Stoffe und deren Menge, die im Bauteil enthalten sind. Es bestätigt, dass alle derzeit in Europa geltenden Stoffverbote und -einschränkungen eingehalten sind. Dabei richtet sich SCHURTER nach der Stoffliste SVHC der EU-Direktive REACH, welche auch für die Elektronikindustrie richtungsweisend ist.

Zusätzlich wird im „Product Content Sheet“ deklariert, ob das Bauteil die Forderungen der RoHS 2011/65/EU und der China RoHS einhält.

Beispiel eines "Product Content Sheet"

Einschränkungen welche über die EU RoHS hinausreichende

Asbest

Asbest ist eine Mineraliengruppe und weist dünne, lange kristallartige Fasern auf. Aufgrund exzellenter Eigenschaften wie Wärmefestigkeit, elektrische und chemische Widerstandsfähigkeit, Schalldämfpung und Zugfestigkeit setzte die Industrie Asbest weit verbreitet ein. Asbest wurde hauptsächlich in Bremsbelägen, elektrischen Öfen und Heizelementen verwendet, sowie im Gebäudebau als Isolationsmaterial und Brandschutz. Seit 1980 ist Asbest für viele Anwendungen in den meisten Ländern verboten.

SCHURTER hat in ihren Produkten nie Asbest eingesetzt, d.h. die SCHURTER Produktlinien sind vollständig asbestfrei.

Perfluoroktan Sulfonate (PFOS)

Substanzen auf der Basis von PFOS wurden früher vor allem zum Schutz gegen Öl, Fett und Wasser als Zusätze in Textilien, Teppichen, Papieren und anderen Beschichtungen verwendet. Heute beschränkt sich der Einsatz auf Chromüberzüge, Fotografie, Fotolithografie, Schaumlöschmittel und Hydraulik-Flüssigkeiten in der Flugindustrie.

SCHURTER bestätigt, dass keines ihrer Produkte PFOS enthält. Auch Materialien, Fertigungsprozesse und Verpackungen von SCHURTER sind PFOS-frei.

Decabromdiphenylether (DecaBDE)

In 2008 wurde die EU-RoHS verschärft, indem die Ausnahme-Regelung für DecaBDE aus der Richtlinie entfernt wurde.

DecaBDE (Decabromdiphenylether) wird als hauptsächlich als Flammschutzmittel in Kunststoffen für Elektro- und Elektronikgeräten eingesetzt. Der Stoff ist schwer abbaubar und reichert sich in Lebewesen an. Zudem gibt es Hinweise, dass sich DecaBDE in der Umwelt zu den niedriger bromierten und stärker giftigen Chemikalien Penta- oder Octabromdiphenylether abbaut. Die Vermarktung und die Verwendung dieser Stoffe sind - wegen ihrer schädlichen Wirkungen - bereits seit 2004 in der EU verboten.

SCHURTER bestätigt, dass die verwendeten Kunststoffe kein DecaBDE enthalten. SCHURTER verzichtet generell auf den Einsatz von DecaBDE als Flammschutzmittel.

Weiterführende Informationen, Links

Wichtigste Internationale Informationen zum Thema bleifrei:

http://www.leadfree.org

Wichtigste Europäische Informationen zum Thema bleifrei:

http://www.lead-free.org

IPC Roadmap: Führer für bleifreie Elektronik:

http://www.ipc.org

Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.

http://www.zvei.org/bleifrei

Umbrella Specifications:

www.zvei.org

Liste der geltenden Stoffverbote (EICTA):

http://www.eicta.org/Content/Default.asp?PageID=211

Anlaufstelle

Für weitere detaillierte Abklärungen wenden sie sich bitte an unser Substanzenmanagement oder wenden Sie sich an Ihre regionale Verkaufsstelle.

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